Auftakt nach Maß

Durchaus nicht selbstverständlich für einen kleinen Kreisverband: beide Spitzenkandidaten von Landtags- und Bezirkstagswahl waren zu Gast im va bene in Haigerloh.

Martin Hagen, ein Vertreter der "neuen FDP", für den der Gedanke der Freiheit nicht in der wirtschaftlichen Freiheit alleine liegt, umriss mit drei T sein Programm: Talent, Technologie, Toleranz. Da Bayern nicht viele Rohstoffe zu bieten habe, sei Bildung von zentraler Bedeutung. Das erstrecke sich auch auf den vorschulischen Bereich auf der einen und auf das lebenslange Lernen auf der anderen Seite. Es müsse Schluss damit sein, dass die soziale Herkunft immer noch den größten Einfluss auf den Erfolg der Schulbildung habe - und hier leiste die Staatsregierung deutlich zu wenig.

Über ein klein wenig Zustimmung konnte sich die CSU dann aber doch freuen: Lob gab es nämlich für den in der eigenen Partei belächelten Vorstoß von Frau Bär zu den Flugtaxen.

Wenig Spaß versteht Hagen beim Thema Toleranz: "Der Bayer hat es nicht nötig, intolerant zu sein - und das werden auch diejenigen CSUler noch lernen, die sich im Moment noch sehr an den AfD-Parolen orientieren.

Peter Corticelli führte dann aus, welche Probleme den Osten von Bayern zwicken: in erster Linie fehlt es an Alternativen für die Erwerbstätigkeit - entweder man steige täglich in überfüllte Bummelzüge, auf die man sich nicht wirklich immer verlassen könne, oder man quäle sich durch den Straßenverkehr über die B12 und die heute bereits übervolle A94. "Den zweigleisigen Ausbau verspricht man uns schon genauso lange wie die nun mit vier Spuren jetzt schon zu schmale A94! Und von Alternativen zu München, etwas schnelle Verbindungen zu Landshut oder Rosenheim über eine vierspurige B15neu wagen wir nicht mal mehr zu träumen!"

So sei zu hoffen, dass Flugtaxen und Homeoffice schnell kommen. "Die Technik ist da - aber wie beim Transrapid werden wir es entwickeln und die anderen davon profitieren - alleine schon die gesetzlichen Grundlagen werden bei uns wohl 20-30 Jahre brauchen!"

Nach kurzer Überleitung ergriff Peter Münster das Wort. Er ist Oberbayerns einziger FDP-Bürgermeister einer Stadt mit 12.000 Einwohnern und Spitzenkandidat für die Wahl zum Bezirkstag. In unaufgeregter Art stellte er die Aufgaben des Bezirks und seine Agenda dazu vor. Handlungsbedarf bestehe vor allem bei der Pflege und dem Ausbau der ambulanten Betreuung psychisch Kranker. Insbesondere die Inklusion schreibt er sich auf die Fahnen.

Ähnlich argumentiert der Kandidat des Stimmkreises, Valentin Clemente. Selbst beruflich und ehrenamtlich beim Roten Kreuz und der Wasserwacht tätig, erlebt er jeden Tag, welche Lücken das System mitunter habe. Zwar sei im Bereich der Palliativversorgung Mühldorf eine positive Ausnahme, dies gelingt aber nur durch ein starkes Ehrenamt etwa durch den Anna-Hospizverein. Anders sei es bei der ambulanten Versorgung psychisch Kranker, hier muss mehr getan werden. Das Programm der FDP erfüllt aus seiner Sicht auch objektiv den tatsächlichen Bedarf und die Wünsche der Betroffenen am ehesten.

 

Von links nach rechts; Peter Münster, Sandra Bubendorfer-Licht, Martin Hagen, Valentin Clemente, Peter Corticelli

Zurück